Boulderwandbau selber bauen

by J.WEiss2008

Ich wollte schon seit langem einen kleinen Bericht über den Bau meiner Boulderwand schreiben, aus dem kleinen Bericht ist nun ein langer geworden und ich denke ich hätte noch mehr auf die Details eingehen können. Solltet ihr kein handwerkliches Talent besitzen, so sucht euch jemanden der euch helfen kann. Seit ca. 2 Jahren baue ich ständig an meiner Boulderwand, angefangen hat alles relativ simpel und es war auch schnell und günstig gebaut. Die Wand hat mich ca. 7 Std. Arbeit und 240-300 Euro gekostet. Erst beim schreiben des Berichts fällt mir auf wie viel Arbeit das ganze insgesamt doch war. Allerdings will ich auch erwähnen das ich sehr viel Freude mit meinem Boulder Raum hatte und Geld kann man am Ende auch noch sparen. Bei Eintrittspreisen von 10 Euro pro Kletterhallenbesuch und Person hat man schnell die Investition von 600 Euro wieder raus.

Mein Zimmer hat eine Fläche von 4,2 m * 4 m und ist 2,7 m hoch. Die Anleitung ist also für eine Boulderwand in diesem Bereich +- 1,5 m gedacht, solltet ihr andere Maße beabsichtigen zu nutzen solltet ihr euch vorher Gedanken über die Auslegung machen. Das Prinzip der Konstruktion kann auch bei anderen Räumen beigehalten werden. Die Breite von 1,25 m ist natürlich nicht das Optimum, man könnte sie auch durch einen dritten Balken auf 2,5 m ausweiten und sich überlegen, ob man die OSB, oder Siebdruckplatten nicht von unten auf die Balken schraubt. Die Steigung der Wand halte ich für die Länge ideal, auch wenn diese am Anfang sehr schwer zu Klettern ist was man jedoch durch große Henkel ein wenig entschärfen kann. Später, wenn die Kraft gestiegen ist und man seine persönliche Form verbessert hat kann man die Henkel durch kleinere Griffe austauschen, so hat man auch lange Spaß an seiner Wand und es wird nicht langweilig. Zu beginn habe ich keine Griffe selber gebaut, weil ich mir nicht sicher war, ob sich das lohnt. Schöne Klettergriffe kann man sich bei http://www.tripoint-holds.com zusammenstellen, auch http://www.onsight.de und http://www.artrock.at haben schöne Griffe in ihrem Sortiment. Bei Ebay findet man hin und wieder große Sortimente gebraucht. Für den Anfang sollte ein Sortiment mit ca.5 Henkeln (50-80 Euro) und ein Sortiment mit 5 etwas kleineren Griffen (30-50 Euro) und Ein Sortiment mit Tritten 10 Stck. (30-50 Euro) voll ausreichen. 

Aktualisierung: Boulderwand V3.0 Update

Hallo Leute, nach längerem Bouldern bin ich nun dahinter gekommen, das es wesentlich geiler gewesen wäre, wenn ich die Wände 1, 2 im Bild schräg angebaut hätte. Da man das jetzt nicht mehr so leicht ändern kann habe ich mich dazu entschlossen eine Schräge wie im Bild zu sehen ist anzubringen.

Aktualisierung: Klettergriffe aus Naturstein im Eigenbau

Da ich eine schöne Sammlung Steine besitze kam mir der Gedanke den Ein, oder Anderen anzubohren und als Klettergriff an meiner Boulderwand zu verwenden. Unter https://www.stoned-holds.net/de-naturstein-klettergriffe/ kann man sehr schöne Exemplare bestellen, also kann man das auch irgendwie selber machen. Eines sei gesagt Steine sind hart, der Eine mehr der Andere weniger. Kurzum normale Steinbohrer funktionieren da meistens nicht und mehr als 3 mm tief kam ich nicht mit meinem Bohrer in den Stein hinein. Im Bauhaus bekommt man Diamantbohrer, welche hol sind und mit Wasser gekühlt werden können, diese kosten ca. 25 Euro, ob diese was taugen weiß ich noch nicht.
Vor der Anschaffung des Dimantbohrers will ich es mit Sandsteinen versuchen, da diese recht weich sind, vielleicht zu weich das wird sich noch herausstellen. Also habe ich am Straßenrand angehalten (in der Pfalz kein Problem) und mir ein paar Sandsteine eingeladen. Die Sandsteine zu bohren war kein Problem. Als Pfälzer Kletterer weiß ich das Sandstein leicht bricht und noch leichter bricht, wenn er nass ist. Deshalb habe ich die Steine in den Ofen geschmissen, um zu trocknen. Nachdem ich die Steine aus dem Ofen genommen hatte musste ich feststellen das einer gerissen war. Ich habe dann  2 Steine an meiner Boulderwand befestigt, besonderst fest anziehen wollte ich die Schrauben nicht, da der Stein keinen besonderst festen Eindruck machte. Ich habe zusätzlich etwas von dem "Kleben statt Bohren" Zeug auf die Rückseite geschmiert damit der Stein flach aufliegen kann. Eine besonderst flexible Montage ergab der VersuchEins, Klettergriffe selber bauen nicht.

Ich habe heute noch einmal am Wegesrand angehalten, dort lag ein großer Haufen unterschiedlichster Sandsteine, anscheinend sammelt die hier jemand. Ich habe mir ein paar sehr hart wirkende Exemplare ausgesucht. Die Steine scheinen Stark eisenhaltig zu sein und lassen sich mit einem normalen Steinbohrer kaum Bohren, ich habe es nicht mehr als 2-4 mm in den Stein geschafft.

Ich denke ich werde die 20 Euro für den Diamantbohrer investieren. Ich habe mir im Baumarkt einen 6 er SDS Bohrer für 5 Euro und einen Diamantbohrer mit  6 mm Durchmesser und Kühlsystem, für 20 Euro gekauft. Als erstes habe ich den Sandstein mit dem SDS Bohrer gelöchert das ging einwandfrei die kleineren Steine sind hierbei jedoch gebrochen. Ein weiteres Problem ist die Befestigung der Steine, zieht man die Schrauben zu fest an, brechen sie auch. Ich habe M6 Schrauben, mit Unterlegscheiben verwendet und in die Steine, je 2 Löcher gebohrt das funktioniert ganz gut. Zu guter letzt wollte ich dann doch noch den teuren Diamantbohrer testen, hierfür habe ich einen schönen Kalkstein aus der Großen Ochsenwand geopfert. Der Stein bohrte sich wie Butter und ist auch nicht gebrochen, gebrochen ist er dann leider beim befestigen. Mit dem Diamantbohrer schein ich auf dem richtigen Weg zu sein. Der Bohrer ist auch in 10 mm und 12 mm verfügbar, dann kann man auch die üblichen M10 Schrauben für die Klettergriffe und Einschlagmuttern verwenden.

Fazit: Klettergriffe aus Naturstein im Eigenbau

Die Steine sollten nicht zu klein und nicht zu dünn sein, damit sie beim Anziehen der Schrauben nicht brechen. Die Steine sollten möglichst hart sein, damit sie später nicht brechen. Die an der Wand aufliegende Fläche der Steine sollte möglichst eben sein. Der Diamantbohrer ist recht kurz ca. 4 cm lang, daher muss man dickere Steine beidseitig anbohren. Beim befestigen mit Spax Schrauben gibt es kaum Probleme das die Steine brechen. Damit die Steine halten sollte man immer 2 Schrauben zum befestigen verwenden. Die oben dargestellten Griffe halten und sind soweit ok. Als Ergänzung zu einem schönen Griffsortiment aus dem Geschäft sind die selbstgebauten Griffe vollkommen ok.

Auf dem Bild 1 sieht man schon die erweiterte Version der Boulderwand. Die Platte (1) war ursprünglich nicht vorhanden und wurde erst in der zweiten Bauphase angebaut. Für die erste Version der Boulderwand habe ich folgende Dinge benötigt: (2) 2 x Siebdruckplatten, oder OSB Platten 1,25 m * 2,5 m  * 18 mm (3) 4x Balken 8 mm * 6 mm, 3 m lang (4) 1 * Balken 6 cm * 6 cm, 3 m lang 100 x Einschlag M10 Muttern. Der Zusammenbau ist "recht leicht", man nimmt sich 2 Stck. der 4 Balken (8 cm * 6 cm * 3m) und verbindet diese erst einmal mit zwei Nägeln, die wir später wieder entfernen werden, an den Punkten (1) in Bild 2. Ihr solltet die 10 cm Seite des Balken in die Senkrechte auslegen. Wir machen also aus zwei Balken einen langen, welcher in seiner Länge einstellbar ist, dieser sollte auf eine Länge eingestellt werden, so dass er an den Punkten (3) und (4) in Bild 2 später an der Zimmerwand aufliegen kann und diagonal von der oberen Ecke zur unteren Ecke des Raums verläuft, in meinem Fall nach C²=A²+B² 4,7 m. Nun liegt der Balken diagonal zwischen unseren Zimmerwänden, wir nehmen nun eine Wasserwage und ziehe wie in Bild 2 (3) und (4) gezeigt einen senkrechten Strich an den Enden der Balken.

Nun können wir die Nägel entfernen und bequem mit einer Säge entlang den angezeichneten Stellen die Enden (3) und (4) in Bild 2 absägen, nun sollten die Enden sauber an der Wand anliegen. Wir schieben nun die Balken auseinander wie in Bild 2 (5) , bis wir die Wände berühren und befestigen unsere Balken wieder vorübergehend mit Nägel. Nun benötigen wir eine Bohrmaschine und einen dicken, genauer gesagt eine ca. 18 mm Bohrer. Mit unserer Bohrmaschine bohren wir nun an den Punkten (1) in Bild 2 ein dickes Loch und schieben einen 27 cm langen und 16 mm dicken Gewindestab M16 hindurch und ziehen erst einmal locker die Sache mit Muttern an . Das Selbe machen wir nun am zweiten Punkt (1) in Bild 2, wir sollten die Löcher ungefähr 15 cm vor den Enden der Balken anbringen. Nun können wir die Dicken M16 Schrauben so fest wie möglich anziehen. Das ganze wiederholen wir nun, somit haben wir 2 identische Balken, die wir nun an geeigneter Stelle in einem Abstand von maximal 1,25m voneinander, nebeneinander positionieren. Wir sollten beim auslegen der Balken darauf achten das wir sie wie in Bild 1 montieren und auslegen, für später wird es hilfreich sein, wenn der obere Balken, welcher an der Zimmer Decke anliegen soll im Vordergrund liegt. (Könnt ihr der Beschreibung noch folgen ?). OK, nun können wir den 60 mm x 60 mm * 3 m Balken in der zwei 1,25 m Stücke schneiden und wie in Bild 3 (6) an der Wand mit 2 Schrauben befestigen, hier sollten 6er Dübel und passende Schrauben in 130 mm Länge genügen, dadurch gehen wir sicher das die Konstruktion nicht mehr nach unter rutschen kann. Man könnte auch 80 mm Lange Schrauben verwenden, wenn ihr dann die Löcher etwas versenkt. Nun können wir unsere OSB Platten von oben auf die Balken legen und mit Holzschrauben befestigen. Wenn ihr wollt könnt ihr vorher schon ein Lochraster aufzeichnen und mit einen 11 mm Bohrer die Löcher bohren und anschließend die M10 Schlagmuttern einschlagen. Wenn ihr die Stabilität bereits getestet habt fällt euch sicherlich auf das das Gerüst noch leicht unstabil ist die Balken biegen sich in der Mitte durch, anfangs hatte ich das Problem mit Stützbalken wie in Bild 1 (4) behoben, jedoch stören die Balken, wenn man die Kante klettern möchte. Befestigt man mittels M10 x 140 mm Schrauben und kleinen Platte aus Metall, oder einem Stück der OSB Platte die Balken wie in Bild 3 (7), dann ist die Konstruktion bombenfest, siehe Bild 4 (1). Ich habe es hier mit großen Unterlegscheiben umgesetzt und es hält super.

In der zweiten Bauphase habe ich die Seitenplatte im Vordergrund, wie in Bild 5 (5) ergänzt. Die Seitenwand im vorderen Teil ermöglicht es schön die Kante zu Klettern und man kann auch das Herausklettern aus dem überhängenden Teil trainieren.Zum Anbau des vorderen Teils braucht man folgende Zutaten:1 x OSB Platte 2500mm x 1250mm x 18mm2 x Balken 60mm x 60mm x 3000mm4 x Gewindestab M10 ca. 240mm lang, mit Muttern und Unterlegscheiben und 50 x Einschlagmuttern M10Den ersten 6cm x 6cm Balken passt man so an, dass dieser Waagerecht zwischen der Wand und auf unseren Schrägen aufliegen kann wie in Bild 5 (9) zu sehen ist. An der Wand kann man den Balken mit einem Winkel, oder einem Stück Platte, aus welchem man ein 6cm x 6cm großes Quadrat ausschneidet befestigen. Die rechte Seite des Balkens muss man so zu recht schneiden, dass er schön auf unserer Schrägen aufliegt. Dann bohren wir ein Loch durch den 6cm x 6cm Balken und durch den darunter liegenden 10cm x 6cm Balken der Schräge, es ergibt sich eine Lochtiefe von ungefähren 20cm, um den M10 Gewindestab hindurch zu bekommen sollten wir ein 11mm breites Loch Bohren, den Stab durchstecken und schön anziehen. Ähnliches vorgehen für den Balken wie in Bild 5 (10), anschließend kann man die OSB Platte zu recht schneiden und montieren. Lochraster und Einschlagmuttern nach belieben anbringen, fertig.

In der dritten Bauphase habe ich die Platten im hinteren Teil Bild 5 und Bild 6 angebaut

Dieser Teil ist etwas schwierig zu erklären, ich will es mal versuchen. Also wir nehmen einen der 6 cm x 6 cm x 3 m Balken und schneiden ihn in der Mitte durch und wie in Bild 6 (1) installieren wir ihn nun bündig mit dem rechten Balken der Schräge, unterhalb der Schrägen Bild 6 (10) zeigt ein detail Bild, wie es aussehen könnte. Den zweiten befestigen wir in derselben Linie mit 2 bis 3 Schrauben und Dübel an der Wand Bild 6 (2). Da wir die zwei Hauptbalken unserere Schrägen nebeneinander, mit einander zu einem langen Balken verbunden haben ergibt sich das wir an der inneren Seite hier im unteren Teil der Schrägen, also wie im Bild 6 (10), links einen Versatz von 6 cm haben. Schrauben wir nun die Balkenteile Bild 6 (3) und (4) wie im Bild 6 gezeigt, links fest und ist der Balken Bild 6 (1) bündig mit der Aussenkante des im Detailbild Bild 6 (10) rechts liegenden Balkens, so haben wir eine ebene Fläche zum Anbringen der Platten(Das war wohl der unverständlichste Teil meiner Bauanleitung, leider fällt mir aktuell kein Weg ein es einfacher zu erklären)Eine problematische Stelle wird es nun sein an den Kreuzungen (6) im Bild 6 die Balken auf nur 3cm zusammen zu führen und mit Schrauben zu befestigen. Da unsere Balken nur 3m lang sind und wir aber ca. 4m brauchen müssen wir an den Punkten (6) im Bild 6 anstückeln, leichter wird es, wenn man hier für den Balken (1) in Bild 6 einen 10cm x 6cm Stück verwendet, ein 6cm x 6cm tut es allerdings auch.So, nun ziehen wir alles schön fest an, drehen hier und da noch ein Schräubchen rein, bis alles einen sauberen und stabilen Eindruck macht. Nun sollte man auf den Platten ein Lochraster von 10cm x 10cm anzeichnen, wie im Bild 6 (11) dargestellt. Hat man die Löcher angezeichnet kann man mit einem 11-12mm Bohrer los Bohren. Wenn ihr schon einmal beim Bohren seit könnt ihr die anderen Platten mal eben mit bohren. Das Bohren nimmt einige Zeit in Anspruch, ich schätze für die gesamte Konstruktion muss man so 200 Löcher Bohren, noch schlimmer als das Bohren wird das eindrehen der M10 Einschlagmuttern hier für könnt ihr locker 4 Stunden einplanen. Natürlich könnt ihr diese auch mit einem dicken Hammer einschlagen, dann geht es schneller hat aber den Nachteil das sich die Haken teilweise nicht sauber in das Holz ziehen.Nun möchte ich gerne noch ein wenig über meine Träume plaudern, da die Boulderfläche ja nur 1,3m des 4m breiten Raums einnimmt könnte man die restliche Fläche dazu nutzen, um an der Decke zu klettern, davon abgesehen könnte man auch noch die gegenüber liegende Wand, welche hier nicht im Bild zu sehen ist, als senkrechten Aufstieg in die Decke nutzen das ganze wäre recht simpel umzusetzen. Ich frage mich nur was mein Vermieter davon halten würde, wenn er meinen Boulderaum sieht. Ich habe bei der Konstruktion großen Wert darauf gelegt, so wenig Löcher wie nötig in die Wände zu bohren. Zählt man alle Löcher im Bau so komme ich auf 8 kleine Löcher. Momentan bin ich jedoch voll mit der Trainingsmöglichkeit zufrieden und wer weiß, ob und wann eine Erweiterung ins Haus steht. Den Plan für eine Vollausstattung des Raumes habe ich bereits im Kopf und das Pläne Schmieden und optimieren dieser hat mir schon so manch einen Abend zum ruhigen Schlaf verholfen.In diesem Sinne Wünsche ich euch frohe Boulder (T)Räume .